Übersicht der aktuellen Ergebnisse

2015 - Dithmarschen-Eiderstedt

Dank an Sönke Schmidt für diesen Feldkampfbericht

Dithmarschen-Eiderstedt

28.03.2015 Kaiser-Wilhelm-Koog

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„Nicht Fisch, nicht Fleisch, in zwei Jahren jedoch auf jeden Fall Steak!“

Wer dachte, der äußerst knappe und wohl glückliche Feldkampfsieg der Dithmarscher vor zwei Jahren in St. Peter-Böhl sei Geschichte und ganz und gar vergessen, der mochte vielleicht vorerst Recht behalten und hatte sich am Ende dann aber doch gewaltig geschnitten.

Alles deutete auf eine ruhige Nummer hin als die Eiderstedter sich trafen, um die Rolle zu machen und gegen 11:30 gemeinsam in den Bus zu steigen, um Richtung Kaiser-Wilhelm-Koog zu starten. Man besprach in aller Ruhe die Taktik, hatte sich in der Rolle bewusst für eine breit aufgestellte Jugend entschieden und war guter Dinge, die Scharte vom letzten Feldkampf mit einem Sieg im Land des Gegners auswetzen zu können. Dort angekommen wurde man von Transparenten begrüßt wie: „Herzlich Willkommen im Löwenreich“, die der Gastgeber netterweise zur freundschaftlichen Begrüßung arrangiert hatte.

Am Deich wurden in diesmal recht gelöster Stimmung Gruppenfotos gemacht, die fahrende Würstchenbude besucht und danach Arme und Beine vorbereitet für den Start des Feldkampfes. Und dieser war ziemlich fulminant: Die Eiderstedter erwischten einen sehr guten Start, konnten auf jeden Wurf 5-10m an Land gewinnen, an Nummer 4 sogar 15 m auf einen Wurf. Das waren richtige Granateneinschläge, so dass die Eiderstedter an Nummer 8 bereits ein Schott im Rucksack hatten. Bis dahin hatten die Dithmarscher schon zwei Würfe der Sorte „braucht kein Mensch“ zur Unterstützung eingestreut und waren insgesamt recht sprachlos.

Aber sie besannen sich und warfen danach quasi nur noch gerade aus und die Eiderstedter dafür schief. So musste das Schott bereits an Nummer 14 wieder raus und man startete quasi neu mit einem Vorsprung von 20m für die Eiderstedter. Starke Würfe der Dithmarscher und schwache Würfe der Eiderstedter führten zu einem zwischenzeitlichen Vorsprung der Dithmarscher von 25m an Nummer 21, was sich auf beiden Seiten mit Spizenwürfen und eher „Fast-Pudeln“ so hintrudelte und eher das Gegenteil von spannend war. Ein Beispiel: Nummer 25: Dithmarschen liegt fast 30m vorne, dann ein mauer Wurf, Eiderstedt wirft zweimal gut, nur noch 10m. Dann eine Granate von Dithmarschen, wieder 22m, noch eine Granate, 28m, Nummer Letzt wirft einen kleinen Pudel rechts ins Vorland vom Deich runter, Eiderstedt wirft super, bleiben nur noch 15m. Und so weiter und so fort, nicht Fisch, nicht Fleisch, guter Wurf, Wurf, schlechter Wurf. Wechsel der Wurfrichtung, jetzt Wind von hinten, alles war immer noch offen, 15m voraus für Dithmarschen.

Den Start vom zweiten Durchgang erwischten die Eiderstedter wieder wesentlich besser und konnten sich mit Bestwürfen gegen 2-3 schwache Würfe, aber sonst gleichstarke Dithmarscher auf 20m Vorsprung an Nummer 10 heran kämpfen. Doch folgend wiederholte sich erneut die schwache Phase aus dem ersten Durchgang und gegen ziemlich starke Würfe der Dithmarscher verlor man auf nur fünf Nummern satte 50m und lag nun auf einmal über 30m zurück. Oha! Schott in Sicht für die Dithmarscher. Und obwohl sie selbst einen schwachen Wurf verzeichneten, konnten die Eiderstedter an Nummer 17 im zweiten Durchgang bis auf 10m nicht an die Dithmarscher Boßel herankommen. Schott für Dithmarschen.

Ab hier konnten die Eiderstedter sich zwar durch nahezu restlos starke Würfe bis an Nummer 27 noch einmal auf einen 20 Vorsprung heran kämpfen, aber die Dithmarscher Konter bei einem Schott in der Hinterhand waren letztendlich so stark, dass kein Vertun mehr möglich war. Von Nummer 27 bis 30 verloren die Eiderstedter dann noch einmal um die 50m, u.a. dank 4 aufeinanderfolgender Parade-Granaten von Dithmarschen und einem kleinen Pudel von Eiderstedt.

Ein schöner letzter Wurf auf beiden Seiten besiegelte einen fast gleichwertigen Feldkampf, der von den Dithmarschern am Ende das Quäntchen souveräner angenommen wurde. So gewinnt Dithmarschen durch die letztlich stärkere Zugkraft verdient mit einem Schott und 21m.

In seiner Rede gab „Fiede“ den Rückblick auf einen schönen und freundschaftlichen Feldkampf auf einer schönen Bahn. Ein Schott, so habe man sich das hier nicht vorgestellt, aber in der Mitte habe man den Feldkampf wohl verloren und es gab sehr viele gewältige Würfe auf beiden Seiten zu bestaunen. Dithmarschen habe verdient gewonnen, aber die Kugel nun zum zweiten und auch letzten Mal bekommen. Es folgte ein dreifach kräftiges Lüch op der Eiderstedter!

Dann kam ein erstaunlich euphorisierter Henning zu Wort, erwähnte den Heimvorteil und dass man nun ein paar Meter mehr gewonnen habe als vor zwei Jahren und dass man eine gute Werbung für den Boßelsport und einen richtig kameradschaftlichen Kampf erlebt habe. Eine kleine Anregung sei es auch von vielen Beobachtern gewesen, das Landespokalboßeln in Zukunft ausfallen zu lassen und diesen Feldkampf jedes Jahr auszutragen, als Möglichkeit für alle, sich in diesem tollen Umfeld als echte Boßler zeigen zu können. Er schien mit seinen Worten, weit aufgerissenen Augen und schelmischem Grinsen nicht nur den römisch standhaften Fiede, sondern alle Eiderstedter emotional durchbohren zu wollen. Wow, Henning! Und dann folgte er mit: „An Dithmarscher Gold rantokomen is schwor! Aber wi komen an jümme immer dichter ran!“ und formte wie von fremder Hand gesteuert aus Zeigefinger und Daumen einen Degen, den er unbewusst Richtung Fiede stach, um ihn dann zur scheinbaren Besiegelung noch einmal herumzudrehen und schob hinterher: „Een Schott und 21m much ick no‘mol betonen!“ Das fanden alle sehr lustig und von glücklichen Dithmarschern wurde ein noch lauteres und dreifach kräftiges Lüch op hinterher geschickt.

Auf der Rückfahrt wurde aus dem Eiderstedter Bus vor dem Lokal der Dithmarscher freundlich gehupt und gewunken und nur kurze Zeit später schnappte Fiede sich ziemlich unbeeindruckt das Mikrofon, um mit einem dicken Grinsen festzustellen: „De Stimmung im Bus is‘ Sche…e! Weet gor nich warum?“ Er gab das Bier im Bus auf „Tisch 1“ (Vorstand) frei, erstellte eine gewohnt punktgenaue Feldkampfanalyse, freute sich über den so hohen Anteil an sehr jungen Boßlern, machte im Anschluss die Marschrichtung für den nächsten Feldkampf klar und bedankte sich auch bei dem Busfahrer mit einem dreifach kräftigen Lüch op. So fuhren dann alle zusammen zum vereinbarten Snack in den Krug nach Kotzenbüll zurück.

Schaut man sich nun die Feldkampfergebnisse der letzten 4 Feldkämpfe an (2x Sieg Eiderstedt, 2x Sieg Dithmarschen) braucht man kein Prophet zu sein, um erahnen zu können, was wohl in zwei Jahren in St. Peter-Böhl los sein wird. Dann geht an alle: „Holt sick fast oder bliev‘ lever tohus!“

Lüch op!